Kuh im Tiertransporter

Lebendtiertransporte in Drittstaaten stark beschränken

Status:
Spannend - Was wird wie umgesetzt?


Versprechen der Regierung:

» Lebendtiertransporte in Drittstaaten werden künftig nur erlaubt, wenn sie auf Routen mit nachgewiesen tierschutzgerechten Versorgungseinrichtungen stattfinden. [...] «
-
Auszug aus dem Koalitionsvertrag -

BMEL schränkt Tiertransporte zum 1.7.23. in Drittstaaten deutlich ein
BMEL setzt sich für ein EU-weites Verbot von Tiertransporten ein
EU-Tierschutztransportverordnung wird derzeit überarbeitet
#JetztMehrTierschutz
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Immer noch umstrittene Lebendtiertransporte in Drittstaaten

Nach wie vor gibt es Langstreckentransporte – aus Deutschland werden Rinder auf die lange, strapaziöse Reise in Länder außerhalb der EU wie Algerien, Ägypten oder Marokko geschickt. Sie sind tragend und sollen ihre Kälber in dem jeweiligen Zielland zur Welt bringen. So kann dort auch von der Milch der Kuh profitiert werden, bis diese nach ein bis zwei Jahren in der Regel grausam ohne Betäubung geschlachtet wird. Bis es soweit ist, haben sie meistens eine mehrere tausende kilometerlange Fahrt vor sich. Staus, lange Wartezeiten an den EU- und Zollhäfen verschlimmern die Situation der Tiere. Sie leiden unter Hitze und der Enge in den Lastwagen.

Überfahrt per Schiff

Um das jeweilige Drittland zu erreichen, müssen die meisten von ihnen erst auf dem LKW und dann per Schiff weiter transportiert werden. Daher geht mit ihrer Ankunft am Hafen die tierunwürdige Odyssee weiter – und das können durchaus mehrere Tage sein. 

Die Tiere stehen häufig in ausgemusterten Autofähren oder Frachtern, die das Wort seetauglich kaum mehr verdienen. Diese Schiffe wurden nicht dafür gebaut, lebende Tiere zu transportieren, entsprechend schlecht sind sie ausgestattet: die Belüftung ist unzureichend, eine vernünftige Fütterung und das Tränken der Tiere sowie saubere Einstreu sind nicht immer gewährleistet. Außerdem leiden die Rinder durch die Schaukelbewegung bei Seegang. 

Tiertransporte miserabel überwacht 

Die zuständigen Behörden der Mitgliedsstaaten überwachen die in ein Drittland führenden Tiertransporte nur unzureichend. Ist die vorgelegte Routenplanung plausibel und der LKW zugelassen, muss der Transport genehmigt werden. Nachdem ein LKW oder Schiff das Territorium der EU verlassen hat, haben die EU-Behörden keine Kontrollmöglichkeiten mehr. Das ist besonders fatal, da Tierschutz in den meisten Zielländern keine Rolle spielt. Neben Gründen des Tierschutzes sprechen auch Argumente des Umwelt- und Klimaschutzes sowie der Verbreitung von Krankheiten dafür, Transporte nur über möglichst kurze Strecken durchzuführen.

Deutschland könnte und sollte eine Vorreiterrolle in der EU übernehmen und Transporte in Staaten außerhalb Europas verbieten. Ein Verbot der Transporte in bestimmte Drittstaaten, die die Mindeststandards bei Haltung und Schlachtung nicht einhalten, könnten die deutschen Bundesländer einheitlich aussprechen, wie eine aktuelle Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages darstellt. So könnten Langstreckentransporte von Deutschland aus zeitnah beendet werden.

Unsere Forderungen:

  • Ein Verbot von Lebendtiertransporten in Drittstaaten außerhalb Europas
  • Verbot von Tiertransporten, die länger als acht Stunden andauern
  • Anstelle lebender Tiere sollte gefrorenes Fleisch oder genetisches Material transportiert werden
  • Dezentralisierung der Landwirtschaft, das heißt Aufzucht, Haltung und Schlachtung möglichst nah bei einander, um Tiertransporte zu vermeiden